Für viele Kinder ist das Vorspielen vor Publikum – sei es beim Schulkonzert, der Musikschulprüfung oder einem kleinen Hauskonzert – eine echte Herausforderung. Die Aufregung ist gross, manchmal zu gross. Doch das Gute ist: Man kann das Vorspielen üben – genau wie ein Musikstück. Und Sie als Eltern können dabei eine wichtige, unterstützende Rolle spielen.
Warum Aufregung vor dem Vorspielen ganz normal ist
Lampenfieber ist keine Schwäche – es zeigt, dass dem Kind etwas wichtig ist. Dennoch kann zu viel Nervosität die Freude am Musizieren trüben. Deshalb ist es sinnvoll, das Vorspielen gezielt vorzubereiten – nicht nur musikalisch, sondern auch emotional.
Wie kann man Vorspielen üben?
Die Methode nennt sich systematische Desensibilisierung. Das bedeutet: Ihr Kind gewöhnt sich Schritt für Schritt an die Auftrittssituation – in einem Tempo, das weder überfordert noch unterfordert.
Hier einige einfache, aber wirkungsvolle Schritte:
1. Zu Hause das ganze Musikstück ohne Unterbrechung spielen – auch wenn mal ein Fehler passiert.
2. Sich vorstellen, jemand hört zu – dabei entsteht eine erste mentale Verbindung zur Auftrittssituation.
3. Das Spiel aufnehmen – ein erster „Auftritt“ vor dem Mikrofon oder der Kamera.
4. Die Aufnahme jemandem schenken wollen – zum Beispiel Oma oder der Lehrperson.
5. Vor der Familie vorspielen – vielleicht sogar mit Applaus und kurzer Ansage.
6. Kleine Vorspiele mit Freundinnen oder Mitschülerinnen organisieren – wie eine Mini-Generalprobe.

Wie Sie als Eltern unterstützen können
- Zeigen Sie Interesse, ohne zu drängen. Fragen Sie, ob Sie zuhören dürfen – aber akzeptieren Sie auch ein „Nein“.
- Loben Sie die Anstrengung, nicht nur das Ergebnis. Auch ein mutiger Auftritt mit kleinen Fehlern ist ein Erfolg!
- Schaffen Sie Rituale vor dem Vorspiel. Ein warmer Tee, ein ruhiger Spaziergang oder eine Umarmung helfen, Spannung abzubauen.
- Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass niemand Perfektion erwartet. Musik darf lebendig und menschlich sein – auch mit kleinen Patzern.
Warum kleine Auftritte so wichtig sind
Kinder, die regelmäßig in kleinen Rahmen auftreten dürfen – zum Beispiel beim Hauskonzert oder im Unterricht, entwickeln oft mehr Selbstsicherheit. So wird das Spiel vor großem Publikum später nicht zur Belastung, sondern zur erfüllenden Erfahrung.
Auch die Vorstellungskraft spielt eine Rolle
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sogenannte musikalische Vorstellung: Kinder lernen mit der Zeit, sich den Klang eines Musikstücks innerlich vorzustellen – auch das hilft, sicherer zu spielen und bei Nervosität den roten Faden nicht zu verlieren.
Heisst also:
Mit etwas Geduld, Einfühlungsvermögen und einer Portion Kreativität können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, das Vorspielen mit mehr Freude und weniger Angst zu erleben. Kleine Schritte, echtes Interesse und ein liebevoller Umgang machen den Unterschied.
FAQ:
Frage: Wie kann ich mein Kind auf ein Musikvorspiel vorbereiten?
Antwort: Unterstützen Sie Ihr Kind durch kleine Vorspiele im familiären Rahmen, mentale Vorbereitung und positive Rückmeldung – ohne Druck.
Frage: Ist es normal, dass mein Kind beim Vorspielen sehr nervös ist?
Antwort: Ja. Lampenfieber ist ganz natürlich und zeigt, dass die Situation wichtig ist. Es kann durch Übung und positive Erfahrungen abgebaut werden.
Frage: Was kann ich tun, wenn mein Kind nicht vorspielen möchte?
Antwort: Zwingen Sie es nicht. Bieten Sie stattdessen kleine, sichere Vorspielsituationen an und zeigen Sie Verständnis – Vertrauen entsteht über Zeit.
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